März 20, 2025
Dänemarks größte Raffinerie setzt auf Digitalisierung
Dänemark zählt mit seiner digitalen Infrastruktur im öffentlichen Bereich, im Gesundheitswesen, im Bildungssektor sowie der Industrie weltweit zu den Vorreitern in Sachen Digitalisierung. So liegt es auf der Hand, dass auch Dänemarks größte Raffinerie in Kalundborg auf innovative Technologien und digitale Transformation zur Optimierung ihrer Prozessabläufe setzt.

Digitalisierung und Dekarbonisierung: Eine Raffinerie im Wandel
Die beschauliche dänische Hafenstadt Kalundborg mit seinem mittelalterlichen Stadtkern und der weltweit einzigartigen, fünftürmigen Backsteinkirche liegt rund 100 Kilometer westlich von Kopenhagen auf der Halbinsel Seeland. Einen Kontrast zur historischen Altstadt bildet die Bucht von Kalundborg. Geprägt von Raffinerien und Kraftwerken befindet sich hier der größte Energiepark des Landes.
Die zur Klesch-Gruppe gehörende Raffinerie Kalundborg verarbeitet jährlich rund 5,5 Millionen Tonnen Rohöl, Kondensat und Rohstoffe. Die größte dänische Raffinerie gilt als eine der energieeffizientesten in Europa. Seit Jahren stellt der Energiepark eine stabile Energie- und Kraftstoffversorgung Dänemarks sowie weiterer skandinavischer und nordwesteuropäischer Länder sicher.
Bereits vor einigen Jahren begann man hier mit der Umstellung auf digitalisierte Prozesse und Arbeitsabläufe. Doch die Raffinerie befindet sich nicht nur im Wandel der Digitalisierung, sondern auch auf dem Weg zu einer klimaneutralen Energieversorgung. Zukünftig plant das Unternehmen nach und nach auf einen umweltfreundlicheren Produktmix umzustellen – weg von Benzin, Diesel und Schweröl hin zu modernen Power-to-X-Verfahren, ganz im Sinne der Dekarbonisierungsstrategie Dänemarks. Bereits heute ist die Raffinerie Kalundborg Teil eines lokalen, industriellen Symbiose-Projekts, bei dem benachbarte Unternehmen jeweils Restprodukte aus der Produktion als wertvolle Ressourcen nutzen. Zusammen schaffen Digitalisierung, Dekarbonisierung und ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen ein innovatives, effizientes und nachhaltiges Wachstum der Raffinerie.
Das nächste Level: die neueste 5G-fähige Smartphone-Generation
Bei der Digitalisierung seiner Kommunikation und Prozessabläufe vertraut die Raffinerie Kalundborg bereits seit einigen Jahren auf eigensichere Mobilgeräte von Pepperl+Fuchs. Denn das Branchenumfeld stellt besondere Herausforderungen an die digitale Kommunikation: Einige Anlagenbereiche sind als explosionsgefährdet klassifiziert und erfordern daher entsprechende Vorkehrungen des Explosionsschutzes.
„Früher waren die Prozesse papierbasiert und damit anfällig für Fehler. Heute ist das anders“, sagt Søren Gothil Hansen, Manager of Mechanical, Civil & Inspection (MCI) der Raffinerie Kalundborg. Die für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen zertifizierten Mobilgeräte setzten sich unter den Mobile Workern der Raffinerie schnell durch. Tägliche Aufgaben wie Wartungs- und Inspektionseinsätze, Datenerhebung in der Anlage oder die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften wurden dadurch erheblich vereinfacht.

„Um den Anforderungen an die nächste Stufe der Digitalisierung gerecht zu werden, sollte die Hardware auf den aktuellsten technischen Stand gebracht werden. Dabei sollte sie über zukunftsfähige 5G-Technologie verfügen und möglichst geringe Abhängigkeiten von weiteren unternehmensinternen Datenbanken und ERP-Systemen aufweisen“, erläutert Søren Gothil Hansen die wichtigsten Kriterien. „Zudem sollten die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden erfüllt werden, wie eine gute Usability der Mobilgeräte und eine leistungsfähige Kamera.“ So beschloss das Unternehmen auf die neueste 5G-fähige Smartphone-Generation Smart-Ex® 03 von Pepperl+Fuchs zu setzen. Die Enterprise-Mobility-Lösungen des Automatisierungsspezialisten vereinen modernste Smartphone-Technologie und Eigensicherheit in einem Gerät.
Für die härtesten Anforderungen gemacht
Erste Demogeräte des Smart-Ex 03 überzeugten nach intensiver Testphase die Mobile Worker des Energieparks. Die Mitarbeitenden wurden aktiv an der Auswahl der passenden Geräte beteiligt. An oberster Stelle stand die Leistungsfähigkeit der Kamera: Mit 13 Megapixel und Makrofunktion lassen sich Dokumentations- und Scanaufgaben problemlos mit dem Smart-Ex 03 ausführen. Außerdem überzeugten die Smartphones mit ihrer Robustheit – Stöße oder ein Herunterfallen konnte den Geräten nichts anhaben. Dank ihrer handlichen Größe mit 6-Zoll-Display können sie ohne Bewegungseinschränkungen in der Arbeitskleidung verstaut werden. „Besonders nützlich bei der täglichen Arbeit mit Schutzkleidung oder bei Regen und Schnee ist der Handschuh-Modus, ein Pen sowie die Speech-to-Text-Funktion, womit sich die Smartphones jederzeit einfach bedienen lassen“, erklärt Hans Lissau, Enterprise Mobility Sales Manager für Nord- und Osteuropa bei Pepperl+Fuchs. Der kontrastreiche Bildschirm ist auch bei Sonnenlicht gut lesbar. Die Geräte sind somit ideal für die härtesten Anforderungen im Außeneinsatz sowie in explosionsgefährdeten Bereichen geeignet.

Ein digitales Gesamtkonzept
„Der Wechsel zum Smart-Ex 03 hat uns ganz neue Möglichkeiten eröffnet“, berichtet Søren Gothil Hansen. „Das Smartphone ist so einfach zu bedienen und zu verwalten, dass wir uns sehr früh dazu entschieden haben, es nicht nur als Teil unserer Lösung zu nutzen, sondern die gesamte Lösung darum herum aufzubauen.“ Dank Android-Betriebssystem und Android-Enterprise-Recommended-Zertifizierung verlief die Einrichtung und Verwaltung der Smartphones über ein Device-Management-System auch IT-seitig reibungslos. Für die passende Software-Plattform prüfte das Unternehmen verschiedene Anbieter und fand bei dem dänischen Software-Unternehmen Azenzus die passende Lösung. Diese ließ sich schnell und einfach in das digitale Gesamtkonzept implementieren und optimiert das bisherige Datenhandling und Assetmanagement.

Smart-Ex 03: Zukunftssicher für weitere Digitalisierungsprojekte
Das Smart-Ex 03 ist auch ein Eisbrecher für weitere Digitalisierungsprojekte der Raffinerie Kalundborg. So erwägt das Energieunternehmen den Einsatz von Augmented-Reality-Anwendungen und KI-Funktionen, beispielsweise zur automatischen Identifikation von Werkzeugen oder Bauteilen. Eine weitere Möglichkeit bietet die „Change Identification“-Funktion, die es ermöglicht, Orte oder Objekte mit der Kamera zu scannen und automatisch Unterschiede zu einem vorherigen Scan zu erkennen. So können bei einer Inspektion Beschädigungen in der Anlage sofort identifiziert und Reparaturmaßnahmen eingeleitet werden. „Der Einsatz des Smart-Ex 03 zeigt, wie einfach sich Digitalisierung in der Industrie umsetzen lässt und gleichzeitig einen greifbaren Mehrwert für Unternehmen sowie seine Mitarbeitenden bietet“, resümiert Hans Lissau.


Blick über Dänemarks größte Raffinerie in Kalundborg.