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Aktuelle Entwicklungen in Asien

Shanghai oder Singapur, Seoul oder Tokio – in welcher Metropole Asiens Sie sich auch befinden, überall spüren Sie Trubel und geschäftiges Treiben in den Straßen. Es sind nicht nur die großen Einwohnerzahlen, ihre beeindruckenden Flächen oder die gigantischen U-Bahn-Systeme, die diese Städte zu pulsierenden Zentren machen. In den letzten Jahren und Jahrzehnten hat sich Asiens Wirtschaft rapide gewandelt und Regionen wie China, Südostasien und Indien erfuhren ein dynamisches Wachstum. Heute gehören diese Länder zu den wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt. Aus diesem Grund ist auch Pepperl+Fuchs sehr präsent in Asien. Shane Parr, Executive Vice President Asia Pacific für den Geschäftsbereich Prozessautomation, lebt seit 2002 in Singapur. Im Interview gibt er uns Einblick in die asiatische Wirtschaftswelt, ihr Wachstum und die Geschäfte von Pepperl+Fuchs vor Ort.

Pepperl+Fuchs hat seine Wurzeln in Deutschland. Wann begannen die Aktivitäten in Asien?
Shane Parr: Im Jahr 1979 gründete Pepperl+Fuchs in Singapur die erste außereuropäische Niederlassung mit eigener Fertigung. Diese Gründung war damals der erste Schritt, um Zugang zum asiatischen Markt zu erhalten. Singapur wird häufig auch als „Tor zu Asien“ bezeichnet – nicht nur wegen seiner geographischen Lage. Der Stadtstaat bietet internationalen Unternehmen, die in Asien Fuß fassen möchten, exzellente Bedingungen. Dazu gehören zum Beispiel politische Stabilität, Maßnahmen gegen Korruption und der Schutz geistigen Eigentums.

Was hat sich bei Pepperl+Fuchs in Asien seit 1979 verändert?
Shane Parr: Pepperl+Fuchs hat sein Geschäft in Asien seither auf viele weitere Länder ausgeweitet. Manche Länder sind signifikant gewachsen und tun es auch weiterhin. Seit meiner Ankunft in 2002 habe ich einen Wandel in Ländern wie China beobachtet, die so rapide gewachsen sind, dass Pepperl+Fuchs das eigene Wachstum sogar über die Erwartungen hinaus ausbauen konnte. Mittlerweile haben wir unter anderem eine starke Präsenz in China und Indien, Fertigungsstätten in Singapur, Vietnam und Indonesien und außerdem ein umfangreiches Vertriebsnetz in ganz Asien. Unser asiatischer Hauptsitz bleibt dabei weiterhin in Singapur. 2016 haben wir hier unser Global Distribution Center eröffnet, das als Logistik-Hub für Direktlieferungen an Kunden in Asien dient. Mit dieser Investition können wir unseren Kunden mehr aus unserer Produktpalette anbieten und gleichzeitig termingerecht liefern. An unseren beiden Standorten arbeiten mittlerweile mehr als 1.100 Mitarbeiter.

Allein in 2017 hat Pepperl+Fuchs drei neue Standorte in Asien eröffnet. Warum setzt Pepperl+Fuchs weiterhin auf den Ausbau seines asiatischen Netzwerks?
Shane Parr: Die Märkte mit dem größten Wachstumspotenzial befinden sich derzeit in Asien, allen voran China und Indien. Diese Märkte zu unterstützen und unsere Geschäfte vor Ort mit unserem großen Portfolio und unseren Technologien weiter auszubauen, gelingt uns nur mit unserem eigenen, hochspezialisierten Personal. Aus diesem Grund haben wir zusätzlich zu unseren bestehenden Standorten drei neue Vertriebsbüros gegründet: Kuala Lumpur in Malaysia, Jakarta, Indonesien, und schließlich Taipei in Taiwan. Mit den neuen Standorten sind wir in der Lage, unsere Kunden, aber auch die wachsenden Geschäftsmöglichkeiten in jedem dieser Länder besser zu unterstützen.

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Die Märkte mit dem größten Wachstumspotenzial befinden sich derzeit in Asien, allen voran China und Indien.

Shane Parr, Executive Vice President Asia Pacific für den Geschäftsbereich Prozessautomation

Wie profitieren unsere asiatischen Kunden von dieser lokalen Präsenz?
Shane Parr: Während unsere Produkte immer komplexer werden, können wir unseren Kunden mit der lokalen Präsenz mehr fundiertes technisches Wissen zu unserem gesamten Produktportfolio an die Hand geben – entweder unseren Endkunden auf direktem Weg oder über unser Netz an Distributoren. Noch wichtiger ist aber, dass wir spezifische Kundenbedürfnisse nun effizienter in unsere Geschäftsbereiche einfließen lassen können, um als Unternehmen so in der Lage zu sein, unser Produktportfolio weiterzuentwickeln und den lokalen Marktanforderungen anzupassen. Mit den vielfältigen Kulturen und Sprachen über ganz Asien hinweg hilft es unheimlich, einheimische Mitarbeiter zu haben, die sich innerhalb ihrer eigenen kulturellen Umfelder bewegen. Unsere Teams können unseren Kunden den Pepperl+Fuchs Qualitätsservice so direkt vor Ort anbieten, was uns von unseren Marktbegleitern unterscheidet.

Was erwarten Sie für Asiens Wirtschaft in den nächsten Jahren?
Shane Parr: Wir denken, dass die größeren Märkte wie China und Indien weiter wachsen werden. Es gibt ein großes Innovationspotenzial in Asien, das sicherlich zu einer positiven Entwicklung beitragen wird. Japan und Südkorea blicken bereits auf eine innovative Vergangenheit und sind auch weiterhin die Innovationsführer in Asien. Daneben gibt es Länder wie Singapur, deren Regierungen in Bildung und die Förderung innovativer Projekte investieren. Die Südostasiatischen Märkte haben ein signifikantes Potenzial, stehen aber vor mehr strukturellen und politischen Reformen, die notwendig sind, um internationale Investitionen in diesen Ländern anzutreiben.

Was ist mit “Industrie 4.0” und dem “Internet of Things” (IoT) – wie sehen die Entwicklungen in Asien aus?
Shane Parr: Tatsächlich gibt es eine große Aufregung rund um IoT und Sie werden vielleicht schon die eine oder andere Entwicklung in Richtung Industrie 4.0 sehen, die gerade in Arbeit ist. Die Prozessautomation ist traditionell konservativer, weshalb wir denken, dass die finale Umstellung auf eine IoT-Plattform zum Steuern einer Prozessanlage noch etwas auf sich warten lassen wird. Es gibt jedoch schon erste Ansätze. Was wir sehen werden, sind Cloud-basierte Anwendungen zur Datenerfassung, um Prozesse zu optimieren. Außerdem glauben wir, dass die Mobile-Computing- und Kommunikationsgeräte unserer Marke ecom eine grundlegende Plattform für alle Formen der IoT-Implementierung sein können.

Also blickt der Geschäftsbereich der Prozessautomation bei Pepperl+Fuchs in Asien in eine positive Zukunft?
Shane Parr: Ich bin sicher, dass die Zukunft in Asien sehr positiv ist. Wir freuen uns auf weitere Investitionen unserer Stammkunden. Natürlich werden wir auch weiterhin auf die Bedürfnisse am Markt hören und Produkte, die spezifisch von unseren Kunden in ganz Asien gebraucht werden, weiterentwickeln oder anpassen. Unser Unternehmen steht für Technologie, Qualität, termingerechte Lieferung und Unterstützung. Mit Industrie 4.0 und IoT wird Pepperl+Fuchs bei der nächsten industriellen Revolution vorne dabei sein, was uns in eine gute Position für die Zukunft bringt – nicht nur in Asien.

Asia's Economy

Wirtschaft in Asien

Asien ist die am schnellsten wachsende Wirtschaftsregion der Welt, wobei China, Japan, Indien, Südkorea und Indonesien die Top Fünf in Asien bilden. Aufgrund ihrer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung werden die Regionen Südkorea, Taiwan (China), Singapur sowie die Sonderverwaltungszone Hongkong (China) Tigerstaaten oder auch „vier kleine Drachen“ genannt. Hong Kong und Singapur sind unter den größten Finanzzentren der Welt, Südkorea und Taiwan hingegen gelten als bedeutende Zentren, wenn es um die Herstellung von Komponenten für die Automobil- und Elektroindustrie als auch um den IT-Bereich geht. Insgesamt unterscheidet sich die wirtschaftliche Entwicklung in Asien jedoch sehr von Land zu Land.