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US Distribution Center

Im Oktober 2019 eröffnete Pepperl+Fuchs in Katy, Texas, USA, sein neues, hochmodernes US-amerikanisches Distribution Center (UDC). Mit mehr als 10 200 m² Gesamtfläche ist das UDC zwar das kleinste der drei weltweit verteilten Logistikzentren von Pepperl+Fuchs, doch es bietet einen unvergleichlichen Einblick in die Fähigkeiten der eigenen Sensorik des Herstellers von Automatisierungstechnik.

US Distribution Center

Das im Süden der USA neu entstandene UDC ähnelt in vielerlei Hinsicht den beiden bestehenden Distributionszentren von Pepperl+Fuchs – dem European Distribution Center in Mannheim und dem Global Distribution Center in Singapur. Alle drei verfügen über eine ähnliche Struktur, Technologie und Betriebssystem: Förderbänder, soweit das Auge reicht, hoch hinausragende Regalbediengeräte, leuchtend grüne Kisten, die Waren hin und her bewegen, ein gemeinsames ERP-System und Regal für Regal viel Lagerplatz. Das UDC ist jedoch das einzige Distributionszentrum, das die Warenmanagementsoftware komplett mit Daten aus Pepperl+Fuchs Sensorik speist.

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SSI SCHÄFER war bereit, ein System für uns zu konzipieren, das uns dabei hilft, unsere Sensoren in Aktion zu zeigen.

Jim Bolin, Executive Vice President für die Prozessautomation in Amerika

Technologie in Aktion

Das UDC ist längst nicht nur Verteilzentrum für Pepperl+Fuchs in Nordamerika, sondern gleichzeitig ein riesiger Showroom für die eigene Sensorik des Automatisierungsexperten. Bei der Entwicklung eines fortschrittlichen Materialflusssystems, das die hauseigenen Produkte und Daten einbezieht, kooperierte Pepperl+Fuchs mit SSI SCHÄFER, einem führenden Anbieter von Produkten und Systemen für die Lager- und Fördertechnik.


„SSI SCHÄFER war bereit, ein System für uns zu konzipieren, das uns dabei hilft, unsere Sensoren in Aktion zu zeigen. Gleichzeitig passen unsere Sensoren sehr gut zu den Lagermanagementtechnologien von SSI SCHÄFER“, erklärt Jim Bolin, Executive Vice President für die Prozessautomation in Amerika. Das entstandene automatisierte Regalbediengerätsystem besteht aus rund 1 000 Sensoren von Pepperl+Fuchs und der Warenmanagementsoftware von SSI Schäfer. 

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Die Echtzeitdaten aus dem System schaffen ein neues Level der Supply-Chain-Transparenz für die nordamerikanischen Geschäfte von Pepperl+Fuchs.

Jan Jagersky, Director IT Solutions bei SSI Schäfer

Antrieb durch Innovation

Die Sensoren von Pepperl+Fuchs, die im ganzen UDC im Einsatz sind, übertragen ihre Daten an die Warenmanagementsoftware WAMAS® and WAMAS® Lighthouse von SSI SCHÄFER. Im Zusammenspiel betreiben die Sensoren und die Software das gesamte System und stellen Daten zu definierten KPIs in Echtzeit zur Verfügung. „Die WAMAS Lighthouse-Software erlaubt Pepperl+Fuchs, die Produktivität kontinuierlich zu überwachen, zu steuern und zu optimieren“, erklärt Jan Jagersky, Director IT Solutions bei SSI Schäfer. Damit schaffen die Echtzeitdaten aus dem System ein neues Level der Supply-Chain-Transparenz für die nordamerikanischen Geschäfte von Pepperl+Fuchs.

Durchgehend stellen die zahlreich verbauten Sensoren von Pepperl+Fuchs im Hochregallager des UDC die Effizienz der Kommissionier- und Empfangsprozesse sicher und übermitteln die Daten an die WAMAS-Software. Das Hochregallager besteht aus drei Gängen mit zwei Aufnahme-/Abgabeplätzen an jedem Ende. Ein Regalbediengerät in der Mitte jedes Gangs bedient die Regale links und rechts, holt die Produkte und bringt sie an ihre Zielorte. Dabei wird es mithilfe IO-Link-fähiger Triangulationssensoren der Serie R100 horizontal und vertikal am Regal ausgerichtet, während es ein PCV-System bestehend aus Lesekopf und DataMatrix-Codebändern millimetergenau vertikal positioniert. Innerhalb der Racks übernimmt der Distanzsensor VDM100 die Positionierung. Während das Regalbediengerät in Bewegung ist, überträgt eine Datenlichtschranke schließlich alle Ethernet-Daten mit 100 MB/s direkt zum und vom Regalbediengerät.


Das Hochregallager verfügt über insgesamt 18 000 Lagerplätze und bevorratet derzeit rund 6 000 fertiggestellte Waren und etwa 5 000 verschiedene Rohmaterialien. Wenn die Artikel zum und vom Regalbediengerät transportiert werden, stellt der auf einer Scanbrücke montierte Barcodescanner VB24 sicher, dass alle Waren und Materialien stets in die richtigen Fächer gelangen.

Der Weg zum effizienteren Kommissionieren

Wenn im UDC Artikel versendet werden, werden sie automatisch vom Regalbediengerät abgerufen und auf den typisch grünen Schalen zu den Kommissionierstationen transportiert. Die Kommissionierer führen die Aufträge mithilfe eines innovativen Pick-to-Light-Systems aus, das aus vier Pick-to-Light-Arbeitsstationen von SSI Schäfer und einem 2-D-LiDAR-Sensor der Serie R2000 besteht. Mithilfe von Signalleuchten zeigt das System an, welche Produkte aus einem Tray für eine Bestellung zu entnehmen sind. Wird ein Teil oder Produkt benötigt, leuchtet die Lampe bei der Kiste auf, die den bestellten Artikel enthält. Ein Kommissionierer entnimmt daraufhin die benötigten Artikel und legt sie in ein Fach, das bis zu vier Versandkartons bereithält.


Der R2000 überwacht bei diesem Prozess die Versandkartons, um sicherzustellen, dass das richtige Produkt in die richtige Box gelangt. Jedes Fach mit Kartons ist dazu in vier vorab definierte Überwachungsfelder unterteilt. Wenn ein Kommissionierer einen Artikel in einen Karton packt, erfasst der R2000 den Arm des Mitarbeiters in diesem Feld. Platziert der Mitarbeiter den Artikel im falschen Karton, löst der Sensor eine Warnmeldung aus. Sobald alle Bestellungen in einem Fach verpackt sind, bestätigt der Kommissionierer per Knopfdruck, dass alle Aufträge ausgeführt wurden. Das System veranlasst daraufhin den Transport der Schale mit den Bestellungen zum Versand.

Picking Station
Picking Station

Der 2-D-LiDAR-Sensor überwacht die Fächer mit Kartons und stellt sicher, dass das richtige Produkt in die richtige Box gelangt.


Die Kombination aus R2000 und Pick-to-Light-System schafft so einen präzisen, papierlosen und optimierten Kommissionierprozess. Eine zusätzliche Kommissionierstation für interne Arbeitsaufträge ermöglicht den Mitarbeitern bei Pepperl+Fuchs außerdem, benötigte Materialien für kundenspezifische Anwendungen zu kommissionieren und schnell an die jeweilige Produktionsstätte vor Ort zu liefern.

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Die Warenannahme wurde von einer Stunde auf 15 Minuten reduziert, das Kommissionieren der Artikel von vier Minuten auf eine.

Colin Akers, Director Operations Nordamerika bei Pepperl+Fuchs

Für kontinuierliches Wachstum gebaut

Durch die Nutzung der Leistung seiner eigenen Sensorik und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit SSI SCHÄFER konnte Pepperl+Fuchs Prozesse automatisieren, die vor dem Bau des UDC noch weitgehend manuell waren. „Die Warenannahme wurde von einer Stunde auf 15 Minuten reduziert, das Kommissionieren der Artikel von vier Minuten auf eine“, rechnet Colin Akers, Director Operations Nordamerika bei Pepperl+Fuchs, vor. Die zusätzlichen Daten helfen dem Management außerdem, Personal basierend auf Auftragseingängen einzusetzen, Wartungsarbeiten vorausschauend zu planen und so Ausfallzeiten zu minimieren.


„Herkömmliche Systeme sind längst nicht so transparent. Während sich das Geschäft von Pepperl+Fuchs weiterentwickelt, können wir dem Unternehmen so helfen, neue Chancen zu nutzen“, so Jagersky. Um eine kontinuierliche Prozessverbesserung sicherzustellen, treffen sich Pepperl+Fuchs und SSI SCHÄFER weiterhin monatlich, um sich über das System, die erzielten Fortschritte und die Pläne für die Zukunft auszutauschen.