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Smart Glasses Visor-Ex® 01 im Praxistest einer Bohrinsel

Smart. Sicher. Bohrinsel.


Main Navigation 21.07.2022

Bohrinseln – ihr Ruf eilt ihnen voraus: beengt, laut und gefährlich. Doch können sie auch smart sein? Die eigensichere Lösung aus Smartphone und Smart Glasses Visor-Ex® 01 der Pepperl+Fuchs Marke ecom stellte sich bei einem internationalen Betreiber von Bohranlagen dem Praxistest – und überzeugte.

Extreme Witterungsbedingungen, feuchte und salzhaltige Luft, beenge Platzverhältnisse, ein eingeschränkter Zugang und nicht zuletzt die Klassifizierung in explosionsgefährdete Bereiche bestimmen die tägliche Arbeit auf einer Bohrinsel. Der ideale Ort also, um die neueste Generation an eigensicheren Mobilgeräten, der Kombination aus den Smart Glasses Visor-Ex® 01 und dem bewährten Smartphone Smart-Ex® 02, einem umfassenden Praxistest zu unterziehen. Denn, wer hier besteht, kann auch problemlos in allen anderen Prozessindustrien eingesetzt werden, wie der Chemie, Petrochemie oder Pharmaindustrie.

Carl Henderson, Global Account Manager Mobility bei Pepperl+Fuchs in Großbritannien, weiß wovon er spricht. Er hat die verschiedenen Praxistests des Visor-Ex 01 von Anfang an mit begleitet. Bereits in der Pilotphase setzte man bei Pepperl+Fuchs ecom auf die Einbindung und Praxiserfahrungen seiner Kunden.

Intelligente Wartung und Instandhaltung: Der Ruf nach mehr Effizienz und Nachhaltigkeit

Weit draußen auf offener See, wo die Bedingungen extrem widrig sind, erfordert die Anlagenwartung sowie technischer Support teils einen hohen Grad an Expertise und ist für Remote Experten immer mit Reiseaufwand verbunden. Daher sind moderne und effiziente Kommunikationstechnologien mehr denn je gefragt. „Die Öl- und Gasindustrie ist bestrebt, die Schlüsselzeiten auf den Bohrinseln zu verlängern, während Umweltfragen und Nachhaltigkeit immer mehr in den Vordergrund rücken“, berichtet Henderson. „Die Tatsache, dass Fachexperten um die Welt fliegen, um eine Situation zu beurteilen, ist teuer, ineffizient und führt zu einer übermäßigen CO2-Belastung, was digitale Lösungen zur Vernetzung von Arbeitern äußerst attraktiv macht.“ Öl- und Gasunternehmen suchen daher nach effizienten und nachhaltigen digitalen Lösungen, um Emissionen, Kosten und eine ineffiziente Nutzung von Ressourcen zu reduzieren – ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit eingehen zu müssen. Hier kommen IIoT-Lösungen ins Spiel. „Wir mussten eine Lösung entwickeln, die es Remote Experten und Mitarbeiter vor Ort ermöglicht, sich sofort miteinander zu verbinden und effizient zusammenzuarbeiten, basierend auf einer äußerst zuverlässigen, extrem robusten Plattform. Gleichzeitig war eine Auswahl an verschiedenen Verbindungsoptionen nötig, da sich viele Bohrinseln weg von WLAN hin zu privaten Mobilfunknetzen bewegen. Daher war es wichtig, alle Optionen abzudecken“, erklärt Henderson.

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Die Tatsache, dass Fachexperten um die Welt fliegen, um eine Situation zu beurteilen, ist teuer, ineffizient und führt zu einer übermäßigen CO2-Belastung, was digitale Lösungen zur Vernetzung von Arbeitern äußerst attraktiv macht.

Carl Henderson, Global Account Manager Mobility bei Pepperl+Fuchs

Remote Support: Digitale Unterstützung aus der Ferne

Gerade bei der Wartung und Instandhaltung gewinnen Remote-Support-Lösungen zunehmend an Attraktivität, da die Besatzung auf Bohrinseln aus Sicherheits-, Kosten- und Zeitgründen auf einem Minimum gehalten werden sollte. „Bei bis zu 10.000 Wartungsaktivitäten pro Monat auf einer solchen Offshore-Plattform sind schlankere Prozesse also ein bedeutender Effizienzfaktor“, stellt Henderson heraus. „Daher suchen Öl- und Gaskonzerne vermehrt nach passenden digitalen Lösungen, die gleichzeitig den hohen Schutzgrad der Ex-Zonen und Divisions erfüllen“, fügt er hinzu. Hier wartet ein großes Effizienzpotential darauf, erschlossen zu werden.

Der Visor-Ex® 01 im Praxistest auf einer Bohrinsel
Der Visor-Ex® 01 im Praxistest auf einer Bohrinsel

Der Visor-Ex 01 im Praxistest bei einem internationalen Betreiber von Bohrinseln.


Die Pandemie hat diese Entwicklung und den Bedarf an industrietauglichen und eigensicheren Smart Glasses und Wearables deutlich beschleunigt. „Durch Kontakt- und Reisebeschränkungen war lange Zeit ausgeschlossen, dass die Mobile Worker auf der Bohrinsel persönliche Hilfe von Remote Experten vom Festland erhalten“, erinnert sich Jörg Hartleb, Leiter Produktmanagement bei Pepperl+Fuchs ecom. „So wurde es für die Konzerne noch dringlicher, ihre Teams optimal aus der Ferne zu unterstützen.“ Ende 2020 startete Pepperl+Fuchs ecom daher in die heiße Phase der Entwicklung des Visor-Ex 01, und bereits ab Juni 2021 wurden die ersten Muster zu ausgiebigen Praxis- und Anwendungstests an ausgewählte Kunden verschickt.

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Mit dem Visor-Ex 01 ist es uns wirklich gelungen, auf dem Gebiet der industrietauglichen und eigensicheren Smart Glasses neue Maßstäbe zu setzen.

Jörg Hartleb, Leiter Produktmanagement bei Pepperl+Fuchs ecom

Einzigartige Smart Glasses für den Ex-Bereich

„Die Entwicklung des Visor-Ex 01 war mit gewaltigen Herausforderungen verbunden“, so Hartleb. „Wir mussten eine anspruchsvolle Technik in einem sehr robusten und gleichzeitig komplexen Design verwirklichen. Und dies alles, ohne unser ehrgeiziges Ziel aus den Augen zu verlieren, ein superleichtes Gerät zu entwickeln, was einen gewissen Tragekomfort aufweist und zudem allen Anforderungen des Explosionsschutzes entspricht. Mit dem Visor-Ex 01 ist es uns wirklich gelungen, auf dem Gebiet der industrietauglichen und eigensicheren Smart Glasses neue Maßstäbe zu setzen“, beschreibt Hartleb das Ergebnis. „Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit, das geringe Gewicht, Flexibilität und Sicherheit – also alles Punkte, die für unsere Kund*innen extrem wichtig sind“, ergänzt Henderson. 

Und in der Tat: Die Smart Glasses Visor-Ex 01 sind mit 180 Gramm nicht einmal halb so schwer wie vergleichbare Produkte auf dem Markt. Möglich macht es die ausgeklügelte Systemlösung bestehend aus dem Visor-Ex 01 sowie dem Smartphone Smart-Ex 02 und einer externen Pocket-Unit als CPU-Einheit, die einfach am Gürtel befestigt werden können. Das hält das Gewicht auf dem Kopf so gering wie möglich. Die Smart Glasses lassen sich selbstverständlich auch an jedem Schutzhelm befestigen. 


Mit den Augen des Mobile Workers

Der Visor-Ex 01 verfügt über drei Kameras, wovon zwei 16-MP-Kameras mittig positioniert und individuell steuerbar sind. „Damit kann der Remote Expert exakt den gleichen Blickwinkel einnehmen wie der Mobile Worker in der Anlage vor Ort“, erklärt Hartleb. Die dritte Kamera an der Seite verfügt über ein 6-fach optisches Zoom und ermöglicht z. B. das Lesen von Barcodes an Anlagenbauteilen. Die dazugehörigen Informationen erhält der Anwender direkt über das OLED-Display angezeigt. Das Display kann wahlweise vor dem führenden linken oder rechten Auge platziert werden. Es ist äußerst schmal und lässt sich zudem optimal positionieren, sodass es das Sichtfeld kaum einschränkt und die Informationen vor dem Hintergrund zu schweben scheinen. Wird das Display des Visor-Ex 01 gerade nicht benötigt, lässt es sich einfach aus dem Blickfeld klappen und gewährt freie Sicht auf die Anlage. 

Vier integrierte Mikrofone sowie ein Lautsprecher ermöglichen zudem den störungsfreien Sprechkontakt zwischen dem Mobile Worker und dem Remote Expert. Für besonders laute Umgebungen kann ein Headset über Bluetooth oder einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker mit dem Visor-Ex 01 verbunden werden. 

„Mobile Worker haben mit den Smart Glasses zudem beide Hände frei zum Arbeiten, aber auch zum Festhalten. Das ist in so manchen Anlagen aber auch auf den teils steilen Treppen und Gerüsten von Bohrinseln ein weiterer Sicherheitsfaktor“, stellt Henderson heraus.

Smart Glasses Visor-Ex® 01: Remote Support mit den Augen des Mobile Workers
Smart Glasses Visor-Ex® 01: Remote Support mit den Augen des Mobile Workers

Die Smart Glasses Visor-Ex 01 verfügen über drei Kameras. Damit kann der Remote Expert exakt den gleichen Blickwinkel wie der Mobile Worker in der Anlage einnehmen.


Digitale Workflows und IIoT-Anwendungsszenarien

Die eigensicheren Smart Glasses eröffnen eine Bandbreite möglicher IIoT-Anwendungsszenarien. Zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten des Visor-Ex 01 zählt neben dem Remote Support auch die Anbindung an ein Asset Management System, um schnell und unkompliziert direkt vor Ort auf Daten zuzugreifen, etwa bei der regelmäßigen Inspektion. Hier konnte der Visor-Ex 01 im Rahmen des Praxistests ebenfalls seine Stärken zeigen. Dank der Kombination aus hochauflösenden Kameras und integrierter Bildverarbeitung lassen sich QR-Codes an Geräten und Maschinen auslesen, um über das zugehörige Smartphone Smart-Ex 02 direkt Zugang zu den benötigten Informationen, wie z. B. Datenblatt oder Installationshinweise, zu erhalten.


Vor allem bei der Dokumentation von Störfällen punktete die Visor-Ex-Lösung. „Der Mobile Worker kann die Ursachen der Störung nicht nur digital notieren, sondern die Informationen zusätzlich mit Foto- oder Videoaufnahmen ergänzen“, erklärt Henderson und fügt hinzu: „Die digitalisierten Informationen lassen sich so in Echtzeit per eigensicherem Smartphone mit Remote-Support-Experten weltweit teilen – egal ob innerhalb der Unternehmensgruppe oder extern mit dem Originalgerätehersteller (OEM).“ Die Smart Glasses bauen die Verbindung dabei nicht direkt per Funk, sondern über das zugehörige Smartphone Smart-Ex 02 auf. Die stabile LTE-Verbindung des Smart-Ex 02 sichert die zuverlässige Kommunikation mit dem Support, denn eine WLAN-Verbindung ist meist nur in bestimmten Bereichen der Bohrinsel verfügbar. Darüber hinaus kann mit dem Smart-Ex 02 eine vollautomatische Registrierung des Systems erreicht werden.

Smart-Ex® 02 und Visor-Ex® 01 - die ideale eigensichere Smartphone-Smart-Glasses-Lösung für den Ex-Bereich

„Die Augmented-Reality-Funktionen des Visor-Ex 01 können mittelfristig auch die Einarbeitung und Unterstützung neuer Fachkräfte auf entlegenen Anlagen signifikant erleichtern“, stellt Hartleb in Aussicht. So könnten bei einem Rundgang durch die wichtigsten Bereiche die entsprechenden Informationen, digitale Arbeitsanweisungen oder auch effiziente Routen durch die Anlage auf dem OLED-Display des Visor-Ex 01 eingeblendet werden. Möglich ist auch, dass ein Remote Expert über den integrierten Lautsprecher oder alternativ über das Noise-Cancelling-Bluetooth-Headset dem Mobile Worker instruiert, worauf in bestimmten Bereichen zu achten ist. 

„Im Feldtest überzeugte der Visor-Ex 01 mit seinen vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und einer guten Usability. Die Unternehmen schätzten besonders die intuitive Bedienung der Smart Glasses“, resümiert Henderson. Zunächst geht der Visor-Ex 01 für Anwendungen in explosionsgefährdeten Bereichen bis Zone 1/21 und Division 1 an den Start. Im nächsten Quartal folgen die Zulassungen für Zone 2/22 und Division 2. Damit steht der Visor-Ex 01 mit seinen weltweiten Zertifizierungen für explosionsgefährdete Bereiche bereit für die Breite der IIoT-Anwendungen in Prozessanlagen, die zukünftig auf digitale Prozesse und Remote Support nicht verzichten möchten.